Die häufigsten Erkrankungen der Ohren

Das Ohr ist ein faszinierendes Organ: Es ermöglicht uns, unser Gegenüber zu verstehen, Signal- und Alarmtöne wahrzunehmen, dem Zwitschern der Vögel und unserer Lieblingsmusik zu lauschen. Außerdem beheimatet es den Hauptteil unseres Gleichgewichtssystem und ermöglicht uns u. a. einen sicheren Gang. Um all diesen Aufgaben und Funktionen nachzukommen, hat es einen komplexen Aufbau: das äußere Ohr (Ohrmuschel, Gehörgang, Trommelfell), das Mittelohr (Paukenhöhle, Gehörknöchelchen, Eustachische Röhre) und Innenohr (Gleichgewichtsorgan, Hörorgan). Bei diesen vielen sensiblen Bauteilen ist es immer wieder möglich, dass etwas nicht rund läuft. Mit diesem Artikel informieren wir Sie über die häufigsten Krankheiten des Ohres.

Entzündungen

Viren und Bakterien, die z. B. von außen oder durch den Nasen-Rachen-Raum in den Ohrbereich gelangen, können Entzündungen der verschiedenen Bereiche auslösen. Am häufigsten ist die Mittelohrentzündung, die sich durch Schmerzen, ein unangenehmes Druckgefühl, vorübergehende Schwerhörigkeit und Ohrgeräusche äußert. Sie wird meist durch die Gabe von Antibiotika behandelt.

Möglich ist auch ein Cholesteatom, eine eitrige Entzündung, die durch eine gutartige Einwucherung entsteht. Mit der Zeit kann es neben Kopf- und Ohrenschmerzen auch zu Schädigungen anderer Bereichen des Ohrs kommen. Um das Cholesteatom komplett auszuheilen, ist häufig ein operativer Eingriff nötig.

Paukenerguss

Ein Schnupfen oder grippaler Infekt lässt häufig die Schleimhäute in der Ohrtrompete anschwellen. Dadurch kann die Paukenhöhle im Mittelohr nicht mehr ausreichend belüftet werden. Es entsteht ein Unterdruck, der aus den Schleimhäuten Sekret heraus saugt, was zu einer Flüssigkeitsansammlung hinter dem Trommelfell, Ohrenschmerzen, Druckgefühlen auf dem Ohr und/oder einem Hörverlust führen kann. Durch ein abschwellendes Spray wird die Belüftung und der Druckausgleich im Ohr wiederhergestellt. In schweren Fällen kann ein kleiner Schnitt ins Trommelfell und das Einsetzen von kleinen Paukenröhrchen helfen, das Sekret abfließen zu lassen. Auf diese Weise kann ein Druckausgleich stattfinden.

Verletzungen des Trommelfells

Ein Schlag auf den Kopf, ein Sturz, das Einführen eines Fremdkörpers in das Ohr oder unvorsichtiges Reinigen mit einem Wattestäbchen, aber auch eine Mittelohrentzündung kann zu einem Riss des Trommelfells führen. Ein kleiner Riss verheilt meist von selbst. Ist er größer, muss mittels einer kleinen Operation eine Schienung oder Rekonstruktion erfolgen.

HNO Arzt Frankfurt

Otosklerose

Knochenverhärtungen und -neubildungen (Sklerose) an der Fußplatte des Steigbügel bedingen, dass der im Ohr eintreffende Schall nicht mehr ausreichend weitergeleitet werden kann. Auf diese Weise kommt es zu Schwerhörigkeit oder unter Umständen auch zu einem Tinnitus. Das Hörvermögen kann durch eine Operation wiederhergestellt werden.[nbsp]

Barotrauma

Ein schnelleroder starker Wechsel des Umgebungsdrucks – beispielsweise beim Tauchen oder Fliegen – kann ein sogenanntes Barotrauma verursachen. Es entsteht dadurch, dass bei steigendem Umgebungsdruck das Volumen der Luft in den Hohlräumen des Körpers sinkt, bei sinkendem Umgebungsdruck steigt es dagegen wieder an. Findet kein entsprechender Druckausgleich statt, können Mittel- und Innenohr erhebliche Schäden davontragen. Symptome sind Ohrenschmerzen, Schwerhörigkeit, Tinnitus, Schwindel und Übelkeit. Bei Verdacht auf ein Barotrauma sollten Sie uns umgehend aufsuchen, um die Verletzungen versorgen zu lassen. In schwerwiegenden Fällen ist möglicherweise eine Operation zur Wiederherstellung der Gehörknöchelchen notwendig.

Lagerungsschwindel

Durch ruckartige Bewegungen von Körper und Kopf können sich winzige Knochen- und/oder Kalkkonkremente im Ohr lösen und in die Bogengänge gelangen, die zum Gleichgewichtsorgan gehören. Dadurch entstehen Schwindelgefühle. Die Therapie besteht darin, bestimmte Bewegungsübungen zu erlernen, durch die diese Konkremente wieder aus den Bogengängen wandern und so den Gleichgewichtssinn nicht mehr beeinträchtigen.

Tinnitus

Einige der oben genannten Erkrankungen können die Ursache für Ohrgeräusche sein, die als Pfeifen, Klingeln oder Rauschen wahrgenommen werden. Weitere Schuldige können körperliche Ursachen wie Bluthochdruck, Verspannungen oder Tumore darstellen. Meist aber entsteht ein Tinnitus durch Stress und Lärmbelästigungen wie einem lauten Knall. Oft haben die störenden Ohrgeräusche aber auch keinen ausschlaggebenden Auslöser.

Die Therapie reicht von Beseitigung der körperlichen Ursachen (z. B. durch Medikamente bei Bluthochdruck) bis zur Gabe von Kortison, Physiotherapie oder Entspannungsübungen.

Mehr dazu auch in unserem Blog-Beitrag „Was hilft gegen Tinnitus?“.

Hörsturz

Plötzlich auftretende Hörprobleme, ein dumpfes drückendes Gefühl im Ohr, Tinnitus, Schwindel, Hörverlust (meist nur auf einem Ohr): So äußert sich in der Regel ein Hörsturz.

Die vermutete Ursache liegt wohl in vegetativen Überreaktionen des Innenohrs und nicht wie lange geglaubt an der Durchblutung. Zur Behandlung geben wir Kortison als Infusion und/oder Tabletten. Das Medikament kann auch mit einer Spritze direkt in das Mittelohr gebracht werden. Eine weitere Möglichkeit ist eine spezielle Sauerstofftherapie.

Schwerhörigkeit

Die Schallleitungs-Schwerhörigkeit, Schallempfindungs-Schwerhörigkeit und kombinierte Schallleitungs-Schallempfindungs-Schwerhörigkeit erschweren den Hörvorgang.

Bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit gelangen die Schallwellen nur vermindert oder gar nicht mehr in das Innenohr. Ursächlich kann ein Cerumen (Ohrschmalz)-Propf im äußeren Gehörgang sein. Auch ein Loch im Trommelfell oder eine Minderbeweglichkeit der Gehörknöchelchen kann zur Schallleitungsschwerhörigkeit führen. Alltagsgeräusche werden von den Betroffenen deutlich leiser wahrgenommen. Sie haben das Gefühl, wie durch Watte zu hören.

Bei der Schallempfindungs-Schwerhörigkeit ist in der Regel das Innenohr betroffen. Die von außen eintreffenden Schallwellen werden zwar vom Trommelfell und den Gehörknöchelchen an das Innenohr weitergeleitet, können dort aber von geschädigten Haarsinneszellen nicht mehr richtig verarbeitet werden.

Hierzu gehört auch die Altersschwerhörigkeit, die in erster Linie durch den natürlichen Alterungsvorgang entsteht. Das Hörvermögen lässt hier schleichend nach, kann aber z. B. durch ein Hörgerät deutlich verbessert werden.

Bei der kombinierten Schallleitungs-Schallempfindungs-Schwerhörigkeit treten Einschränkungen im Mittel- und Innenohr gleichzeitig auf.

Ihr HNO-Arzt in Frankfurt am Main

Jede Erkrankung des Ohres benötigt ihre spezifische Behandlung, wobei es auf den individuellen Gesundheitszustand des Patienten und den vorliegenden Befund ankommt.

Wenn Ihr Ohr und Ihr Hörvermögen Probleme bereiten, zögern Sie bitte nicht, einen Termin bei uns zu vereinbaren. Je eher gehandelt wird, desto schneller und besser kann oftmals die Krankheit behandelt werden.

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