Septumperforation: Woher kommt ein Loch in der Nasen­scheidewand?

Durch verschiedene Auslöser kann es zu einer sog. Septumperforation kommen. Dabei handelt es sich um ein Loch im Septum, also der Nasenscheidewand. Da es von der Natur an dieser Stelle nicht vorgesehen ist, kann die Perforation zu unterschiedlichen Beschwerden und unangenehmen Symptomen führen. Wie es zu der Septumperforation kommen kann, wie sich ein Loch in der Nasenscheidewand äußert und wie wir es in unserer HNO-Praxis in Frankfurt behandeln können, erfahren Sie im Folgenden.

Grundwissen: Aufbau der inneren und äußeren Nase

Die Nase besteht aus einem äußeren Teil (Nasengerüst) und einem inneren (Nasenhöhle). Die Nasenscheidewand teilt diese in die rechte und linke Nasenhaupthöhle. Beide sind in der Regel in etwa gleich groß – es sei denn, es liegt eine Nasenscheidewandverkrümmung vor. In diesem Fall ist eine Haupthöhle größer als die andere. Die Nasenscheidewand besteht größtenteils aus Knochen, im vorderen Bereich aus Knorpel. Als wichtige Stütze hat sie einen entscheidenden Einfluss auf Form und Richtung der äußeren Nase (lesen Sie dazu auch unseren Blog-Beitrag: Krumme Nase: Was tun?).

Über die beiden Nasenlöcher ist die Nase mit der Außenwelt verbunden. Es gibt zusätzlich noch innere trichterförmige Öffnungen (Choanen) die die beiden Nasenhöhlen mit dem Nasenrachenraum verbinden.

Septumperforation

An die Nasenhöhle grenzen die Nasennebenhöhlen. Dabei handelt es sich um lufthaltige Hohlräume. Kleine Kanälchen verbinden sie mit der Nasenhöhle. Die Nasennebenhöhlen können sich entzünden, wenn diese kleinen Kanälchen verschlossen sind (Nasennebenhöhlenentzündung).

Dann gibt es noch die Nasenmuscheln, die von den beiden seitlichen Nasenwänden hakenförmig als drei dünne Knochenlamellen in die Nasenhaupthöhle hineinragen. Sie sind mit Schwellkörpergewebe und Schleimhaut überzogen.

Nase und Nasenhöhle sind mit einer besonderen Schleimhaut ausgekleidet, die vor schädlichen Stoffen schützt, welche über die Atemluft in den Körper gelangen können.

Septumperforation: Wie entsteht sie?

Bei einer Nasenseptumperforation handelt es sich um ein Loch in der Nasenscheidewand. Es gibt verschiedene Ursachen, wie dieses entstehen kann. Dazu gehören:

  • Verletzung im Gesichtsbereich durch Unfälle
  • Wiederholte Verletzungen z. B. durch Manipulationen wie häufiges Nasenbohren oder Einführen von Gegenständen
  • Wiederholte beidseitige Verödung von Blutgefäßen in der Nasenschleimhaut der Nasenscheidewand bei Nasenbluten
  • Druck auf die Nasenscheidewand
  • Tumore im Bereich der Nasenscheidewand
  • Häufig wiederkehrende Entzündungen des Bindegewebes, das den Nasenknorpel umgibt
  • Schleimhautschädigung nach chirurgischen Eingriffen an der Nase
  • Chronische Entzündungen der Nasenschleimhaut, die auf Dauer die Nasenscheidewand zerstören
  • Nasenspraysucht (dauerhafte Verwendung von Nasenspray inkl. Kortikosteroide und rezeptfreie Phenylephrin- oder Oxymetalozinsprays)
  • Längerfristig über die Nase inhalierter Sauerstoff, z. B. über Nasalmasken
  • Auswirkungen von Gefäßerkrankungen und Krankheiten wie Tuberkulose, Lepra, Granulomatose mit Polyangitis oder Syphilis
  • die Einflüsse von Giftstoffen wie Säuren, Chrom, Phosphor, Schwefelsäure, Kupferdampf oder Industriestaub
  • Drogenmissbrauch – v. a. häufiges Schnupfen von Kokain

Sonderfall: Loch in der Nasenscheidewand durch Septum-Piercing

Seit Jahren im Trend liegt das sog. Septum-Piercing. Dabei wird – wenn alles gut läuft – das dünne Häutchen vor dem knorpeligen Teil der Nasenscheidewand mit dem Piercing durchstochen. Doch dieses zu treffen ist gar nicht so einfach, weswegen Frauen und Männern, die sich ein derartiges Piercing wünschen, dringend zu raten ist, ein Studio mit ausgezeichnetem Ruf aufzusuchen, in dem erfarehen Piercer/innen arbeiten.

Jede Nasenscheidewand ist individuell geformt und weist oft auch Unebenheiten auf. Beim Stechen des Piercings kann der Knorpel getroffen werden – das ist sehr schmerzhaft und kann Folgeprobleme mit sich bringen wie z. B. Blutungen, eine Entzündung der Einstich-Region, Schwellungen, Allergien oder die Bildung eines Abszesses.

Hinzu kommt, dass das Loch im Septum – wenn das Piercing rausgenommen und nicht mehr getragen wird – dauerhaft verbleiben kann. Ist es zu groß, weil ein Piercing mit großem Durchmesser getragen wurde, ist das Risiko hoch, dass es von selbst nicht mehr zuwächst. Das verbleibende Loch im Septum ist dann ein möglicher Herd für Infektionen o. Ä.

Septumperforation: Symptome und Folgen

Ein Loch in der Nasenscheidewand muss nicht zwangsläufig zu Beschwerden führen. Einige Patientinnen und Patienten verspüren keinerlei Beschwerden. Wir entdecken das Loch in diesem Fall eher zufällig bei einer Untersuchung der Nase. Doch dies ist nicht immer der Fall.

Die Septumperforation kann auch zu unangenehmen Beschwerden führen. Das kann eine trockene Nase mit Bildung von Krusten und Belägen sein. Auf diesen Krusten können sich Bakterien festsetzen und eine Entzündung verursachen, die mit gelbem und manchmal übelriechendem Schleim einhergeht. Möglich sind auch häufiges Nasenbluten oder Pfeifgeräusche bei der Nasenatmung. Einige Betroffene berichten auch von Schmerzen in der Nase. In manchen Fällen behindert das Septum-Loch die Nasenatmung, indem der Atemstrom in der Nasenscheidewand gegen die hintere Wand des Loches prallt. Auf diese Weise kann die Luft nicht mehr optimal weitergeleitet werden.

Geht zu viel tragende und stabilisierende Knorpelsubstanz durch eine fortschreitende Perforation verloren, kann es sogar zu Veränderungen der äußeren Nasenform kommen. Sie wird dann sichtbar und kann in manchen Fällen sehr auffällig sein.

Loch in der Nasenscheidewand: So funktioniert die Diagnose

Um ein Loch im Septum entdecken zu können, führen wir eine Untersuchung der inneren Nase durch. Im ersten Schritt erfolgt dies mithilfe eines sog. Nasenspreizers. Dieser dehnt die Nasenlöcher und hält sie auf. So können wir mit einer speziellen Lampe das Innere der Nase ausleuchten und so die Schleimhaut untersuchen. Als nächstes führen wir eine Nasenspiegelung durch. Hierzu führen wir ein Nasenendoskop in das Naseninnere ein und können so die Beschaffenheit der Nasenschleimhaut, der Nasenhaupthöhlen, des Nasenrachens und des vorderen Bereichs der Nasennebenhöhlen betrachten. Selbstverständlich – und in diesem Fall vor allem – können wir die Nasenscheidewand untersuchen und dabei feststellen, ob ein Loch im Septum vorliegt.

Therapie eines Lochs im Septum

Wie die Septumperforation behandelt wird, hängt von der Entstehungsgeschichte ab sowie von den Beschwerden, die das Loch verursacht. Eine mögliche Therapie ist die Verwendung spezieller Salben, die die Heilung der Schleimhaut fördern. Hilfreich können auch Nasenspülungen mit Salzwasser sein.

Ist das Loch sehr groß, liegt es an einer ungünstigen Stelle, führt es zu Einschränkungen/starken Beschwerden oder zu einer äußerlich sichtbaren Deformation der Nase, kann eine OP sinnvoll sein. Das Ziel der sog. Septumperforationsplastik besteht darin, die Öffnung in der Nasenscheidewand dauerhaft zu verschließen. Dies ist möglich durch das Verlagern verschiedener Schleimhautblätter im Inneren der Nase. Zudem entnehmen wir an anderer Körperstelle (z. B. am Ohr) Knorpelgewebe, das wir für den Defektverschluss an die betreffende Stelle in die Nasenscheidewand implantieren.

Es ist es auch möglich, gleichzeitig eine ästhetische Nasenkorrektur durchzuführen. Wir können in diesem Eingriff z. B. auch Nasenhöcker abtragen, den Nasensattel ausgleichen, eine Fehlstellung der Nasenscheidewand korrigieren oder eine Nasenspitzenkorrektur durchführen.

Nasenkorrektur Frankfurt

Wir sind Ihr erfahrener Ansprechpartner bei der Behandlung einer Septumperforation. Mit konservativen Maßnahmen oder im Bedarfsfall der Nasenscheidewand-OP oder der funktionell-plastischen Nasenkorrektur helfen wir Ihnen dabei, wieder unbeschwert atmen zu können.

HNO Frankfurt: Dr. med. Thomas Fischer

Ihr Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, der Sie in sämtlichen Fragen der HNO-Heilkunde, der funktionell-plastischen Chirurgie sowie der ästhetischen Behandlung von Veränderungen der Gesichtshaut professionell und individuell berät, untersucht und behandelt.

Unsere News-Beiträge werden nach bestem Wissen und Gewissen für Sie erstellt und dienen der allgemeinen Weiterbildung. Sie ersetzen auf keinen Fall eine ärztliche Beratung, Diagnose und Behandlung und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Beschwerden immer direkt an Ihren HNO Arzt Frankfurt!

© „Young woman holding blanket in front of nose, covering lower part of face, looking at camera“ by damirkhabirov, elements.envato.com



HNO Frankfurt | Dr. Thomas Fischer
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